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Patellaspitzensyndrom-Jumpers Knee

Das Patellaspitzensyndrom heisst auch Jumpers Knee, da es häufig durch Sprungsportarten ausgelöst wird.
Es äussert sich als Schmerz direkt an der untersten Spitze der Kniescheibe.
Zumeist wird es durch Überlastung verursacht und erzeugt stechende Schmerzen.
Je nach Schweregrad unterscheidet man:
Grad I - Sie haben Schmerzen an der Patellasehne direkt nach dem Laufen.
Grad II - Sie laufen mit Schmerzen los. Sobald Sie warmgelaufen sind, lassen die Schmerzen nach, verschwinden mitunter ganz, kommen aber nach der Laufeinheit in vorheriger Intensität zurück.
Grad III - Sie haben permanent Schmerzen: im Sitzen, beim Gehen, beim Laufen.
Grad IV - Die Patellasehne ist gerissen, eine Streckung des Kniegelenks ist nicht mehr ohne Hilfe möglich.


Meist kommt es bei Sprüngen oder anderen starken Belastungen des Kniegelenks (z. B. Langlauf, Marathon) zu druckähnlichen Schmerzen unterhalb der Kniescheibe. Je nach Stadium der Verletzung treten die Schmerzen nur während des Aufwärmens auf und lassen mit steigender Belastung nach. Häufig machen sich die Schmerzen nach der Belastung wieder bemerkbar.

Im fortgeschrittenen Stadium bleiben die Schmerzen während der gesamten Belastung bzw. einer Laufeinheit bestehen. In ungünstig verlaufenden Fällen können die Patellaschmerzen auch im Alltag unter geringer Belastung auftreten oder permanent bestehen. Oft ist bei einem Patellaspitzensyndrom das Strecken des Kniegelenkes gegen die Schwere oder gegen Widerstand schmerzhaft.

Im Rahmen der Diagnostik eines Patellaspitzensyndroms ist eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) und/oder Kernspintomographie (MRT) hilfreich, um degenerative Prozesse am Knorpel (z.B. durch Arthrose) und anderen Strukturen des Kniegelenks auszuschließen.
Patellaspitzensyndrom – Ursache

Durch ungewohnte starke Zugbelastung am Knochen-Sehnen-Übergang am unteren Ende der Kniescheibe (Patella) kommt es beim Patellaspitzensyndrom zu einer Reizung der Patellasehne.

Ein Kniescheibenhochstand (Patella alta) oder eine kontrakte (verhärtete) Oberschenkelmuskulatur können weitere Ursachen sein. Außerdem kann eine Fehlstellung des Beckens oder der Wirbelsäule, aber auch eine Fußfehlstellung (z. B. Plattfuß oder Senkfuß) die Entstehung eines Patellaspitzensyndroms begünstigen.
Patellaspitzensyndrom – Behandlung

Bei beginnenden Beschwerden sollte sofort die sportliche Belastungsintensität beim Laufen herabgesetzt und der Trainingsumfang reduziert werden. Belastungen durch Sprünge sollten Sie durch kontinuierliches, regelmäßiges Training wie Radfahren oder Rudern ersetzen. In schweren Fällen, wenn Sie selbst bei leichter körperlichr Tätigkeit Schmerzen haben, ist die Teilnahme an Aquajogging-Kursen für Sie eine gute Option. Das Wasser reduziert die Schwere der Gliedmaßen und teilweise sind im feuchten Milieu sogar Sprünge durchführbar.

Die regelmäßige Dehnung der Oberschenkelmuskulatur kann die Spannung an der Kniescheibe reduzieren. Durch Kälteanwendungen oder eine heiße Rolle wird die Durchblutung im Bereich des Sehnenansatzes erhöht und somit die Ernährung der Sehne über der Kniescheibe verbessert.

Im Rahmen der physiotherapeutischen Behandlung, die vom Arzt angeordnet werden kann, ist eine Behandlung mit Ultraschall, Elektrotherapie (TENS), Querfriktionen, Stoßwellentherapie oder manueller Therapie ratsam.

Für jeden Betroffenen sollten die Therapiemaßnahmen je nach Ursache individuell kombiniert und zusammengestellt werden, um einen möglichst schnellen Wiedereinstieg in den Laufsport zu gewährleisten und die Laufpause so kurz wie möglich zu gestalten. Bei Haltungsproblematiken kann unter Umständen auch ein Osteopath weiterhelfen.
Patellaspitzensyndrom – Vorbeugung

Zur Vorbeugung eines Patellaspitzensyndroms ist das regelmäßige Dehnen der Muskulatur nach dem Laufen wichtig, damit sich die Muskelspannung im Oberschenkel nicht unnötig erhöht. Zum A und O in der Prophylaxe eines Patellaspitzensyndroms gehören außerdem das ausführliche Aufwärmen vor dem Laufen und die langsame Steigerung der Trainingsintensität im Verlauf Ihres Trainings. Wie in jedem anderen Sport auch sollten Sie sich zwischen den einzelnen Trainingseinheiten genügend Zeit für die Regeneration nehmen.
Quelle: runners world.de


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