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Meniskus

Als Meniskus (Plural: Menisken, latinisiert meniscus/ menisci; von griech. μηνίσκος mēnískos ‚mondförmiger Körper‘ ‚Möndchen‘, Verkleinerungsform von mḗnē ‚Mond‘) bezeichnet man in der Anatomie einen scheibenförmigen (im Knie halbmondförmigen) Knorpel in einem Gelenk.


Im Gegensatz zu einem Diskus teilt ein Meniskus die Gelenkhöhle nur unvollständig. Bei Säugetieren gibt es im Kniegelenk zwei große Menisken sowie in anderen Gelenken (z. B. Interphalangealgelenk) zahlreiche kleinere Menisken, die sich häufig von der Kapsel ableiten und in das Gelenk hineinragen. Auch bei Vögeln kommen Menisken im Kniegelenk und in anderen Gelenken vor (Speichen-Ellen-Gelenk, Handgelenk, Wirbelsäule).

Funktion
Sowohl Berechnungen (FEM) als auch Labormessungen unterstreichen die Bedeutung der Kniegelenkmenisken bei der (Druck-) Kraftübertragung zwischen den beiden Gelenkflächen (von Oberschenkelknochen und Schienbein) des Kniegelenkes. Die Kniegelenksmenisken bestehen hauptsächlich aus Kollagenfaser (etwa 90 %), die die Zugkräfte aufnehmen. Zugkräfte entstehen vor allem in der Nähe der Vorder- und Hinterhörner, die über kurze Bänder anterior (vorne) und posterior (hinten) am Tibiaplateau verankert, befestigt sind. Zusätzliche Zugbeanspruchung entsteht bei der Verformung der Menisken z. B. bei Kniebeugen. Neben diesen Grundbeanspruchungsarten ist es aufgrund der Form der Menisken sehr wahrscheinlich, dass sie auch für eine bessere Verteilung der Gelenksflüssigkeit auf den Gelenkknorpeln zur Reibungsminderung und Ernährung sorgen.

Dass bei Menschen mit einem operativ entfernten Meniskus die Gefahr einer frühzeitigen Arthrose erheblich steigt, ist seit 1948 bekannt und heute allgemein anerkannt. Aufgrund der Beweglichkeit der Menisken (vor allem des Außenmeniskus), vergrößern sie auch die Gelenkfläche auf dem Schienbeinplateau bzw. die Kontaktfläche für den Kopf des Oberschenkelknochens. Durch die Gelenkform (Bicondyläres Gelenk) des Knies sind hier, zusätzlich zu reinen Beuge- und Streckbewegungen, Rotationen um wenige Grad, die bei vollständiger Streckung im intakten Kniegelenk als so genannte Schlussrotation erzwungen wird, sowie Verschiebungen (Translationen) nach vorne und hinten möglich. Die Kontaktfläche des knöchernen Schienbeinplateaus wäre ohne die Menisken dafür ungeeignet.


Quelle: Wikipedia.de

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